Arten der Kiefergelenkerkrankungen
Der spezialisierte Zahnarzt oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurg diagnostiziert, ob man z.B. unter folgenden Erkrankungen leidet:
- muskuläre Verspannung (Myalgie),
- Kiefergelenküberbelastung (Kompression des Kiefergelenks),
- Kiefergelenkentzündung (Capsulitis, Arthritis),
- Verlagerung der Knorpelzwischenscheibe (Discusverlagerung),
- Kiefergelenkblockade (locked joint),
- Kiefergelenküberbeweglichkeit (Hypermobilität, Luxation),
- Kiefergelenkerguß oder Kiefergelenkdeformierung (Arthrose) und Diskusperforation
Selbsthilfe und ärztliche Therapie
- Schonung
keine harten und krustigen Nahrungsmittel, wie Äpfel und Brotkrusten, essen, statt dessen sollten weiche und flüssige Speisen bevorzugt werden. Langes Sprechen und weite Mundöffnung vermeiden. Kaugummi meiden.
- Stressabbau
z.B. ”Autogenes Training” oder andere Muskelentspannungsübungen
- Schlafhaltung
Seiten- oder Bauchlage können Kiefergelenke einseitig durch Druck belasten. Am günstigsten für die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke ist die Rückenlage mit nicht zu hohem Kissen (evtl. Nackenkissen).
Je nach Art und Schweregrad der Kiefergelenkerkrankung können vom Arzt folgende Therapiemaßnahmen einzeln oder in Kombination verordnet werden:
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Detaillierte Informationen über physiotherapeutische Maßnahmen findet Ihr im Artikel "Physikalische Medizin bei schmerzhaften Erkrankungen der Kiefergelenksregion" von Dr. Matthias G. Fink in der Zeitschrift “zm 10/2000”, S. 74 ff. oder in der Online-Version. |
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- Weiterführende Maßnahmen
Sie können in Form einer Einschleiftherapie, Zahnersatz, Kieferorthopädie oder durch die Kieferchirurgie erfolgen (siehe operative Therapie). Leider gibt es immer noch Kieferorthopäden, die eine Behandlung so lange ablehnen, wie Schmerzen bestehen. Dadurch wird der Behandlungsbeginn nur unnötig hinausgezögert.
- Psychosomatische Therapie
Diese kann notwendig werden, wenn keine körperliche Ursache für die Störung erkennbar ist. Die Behandlungsform sollte aber nicht überbewertet werden, sondern kann unseres Erachtens lediglich als Begleittherapie zur Schmerzbewältigung angesehen werden.
- Operative Therapie
Eine chirurgische Therapie von Funktionsstörungen des Kiefergelenkes kommt vor allem dann in Betracht, wenn die fehlerhafte Belastung bereits zu Veränderungen im Gelenk geführt hat wie beispielsweise eine Verlagerung der Knorpelscheibe, Verwachsungen im Gelenkraum und schließlich eine Zerstörung der Gelenkoberfläche durch Abbau und Schwund des Gelenkknorpels.
Genauere Informationen erhaltet Ihr auf den folgenden Seiten der MHH und der Uni Köln:
a) Infos über die Kiefergelenksprechstunde (MHH)
b) Infos über operative Therapien (MHH)
c) weitere Patienteninformationen der Uni Köln



