Arten der Kiefergelenkerkrankungen

Der spezialisierte Zahnarzt oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurg diagnostiziert, ob man z.B. unter folgenden Erkrankungen leidet:

Selbsthilfe und ärztliche Therapie

Bevor der Arzt mit seiner Therapie beginnt, kann man schon sehr viel für sich selbst tun:
  1. Schonung
    keine harten und krustigen Nahrungsmittel, wie Äpfel und Brotkrusten, essen, statt dessen sollten weiche und flüssige Speisen bevorzugt werden. Langes Sprechen und weite Mundöffnung vermeiden. Kaugummi meiden.

  2. Stressabbau
    z.B. ”Autogenes Training” oder andere Muskelentspannungsübungen

  3. Schlafhaltung
    Seiten- oder Bauchlage können Kiefergelenke einseitig durch Druck belasten. Am günstigsten für die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke ist die Rückenlage mit nicht zu hohem Kissen (evtl. Nackenkissen).

Je nach Art und Schweregrad der Kiefergelenkerkrankung können vom Arzt folgende Therapiemaßnahmen einzeln oder in Kombination verordnet werden:

Doanld beim Kieferorthopäden
 
  1. Physikalische Therapie
    Wärme, Kälte oder Elektrotherapie sollen zunächst die Beschwerden lindern. Physikalische Therapie sollte parallel zu einer zahnmedizinischen Behandlung erfolgen.

  2. Medikamente
    Im Akutfall sofortige medikamentöse Behandlung mit schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln (wie Ibuprofen oder Voltaren) und muskelentspannenden Medi- kamenten (z.B. Diazepam), ggf. in Verbindung mit zusätzlichen Schmerzmitteln (z.B. Paracetamol).
  1. Aufbiss-Schienentherapie
    Sie wird durchgeführt mit Kunststoffschienen, welche sich herausnehmen lassen. Die Schiene soll die Stellung des Kiefergelenkes günstig beeinflussen und zu einer Entlastung des Kausystems führen.

    Michiganschiene
 
Aufbissschiene
  1. Krankengymnastik
    Zur Behandlung der Beschwerden gibt es folgende Möglichkeiten:
  • Entlastung des Gelenkes durch “manuelle Techniken”
  • Entspannung oder Training der Kaumuskulatur
  • Entlastung der Halswirbelsäule auf dem sog. Schlingentisch
  • Anleitung zu Selbstübungsprogrammen

Detaillierte Informationen über physiotherapeutische Maßnahmen findet Ihr im Artikel "Physikalische Medizin bei schmerzhaften Erkrankungen der Kiefergelenksregion" von Dr. Matthias G. Fink in der Zeitschrift “zm 10/2000”, S. 74 ff. oder in der Online-Version.

Krankengymnastik - CMD

  1. Weiterführende Maßnahmen
    Sie können in Form einer Einschleiftherapie, Zahnersatz, Kieferorthopädie oder durch die Kieferchirurgie erfolgen (siehe operative Therapie). Leider gibt es immer noch Kieferorthopäden, die eine Behandlung so lange ablehnen, wie Schmerzen bestehen. Dadurch wird der Behandlungsbeginn nur unnötig hinausgezögert.
  2. Psychosomatische Therapie
    Diese kann notwendig werden, wenn keine körperliche Ursache für die Störung erkennbar ist. Die Behandlungsform sollte aber nicht überbewertet werden, sondern kann unseres Erachtens lediglich als Begleittherapie zur Schmerzbewältigung angesehen werden.
  3. Operative Therapie
    Eine chirurgische Therapie von Funktionsstörungen des Kiefergelenkes kommt vor allem dann in Betracht, wenn die fehlerhafte Belastung bereits zu Veränderungen im Gelenk geführt hat wie beispielsweise eine Verlagerung der Knorpelscheibe, Verwachsungen im Gelenkraum und schließlich eine Zerstörung der Gelenkoberfläche durch Abbau und Schwund des Gelenkknorpels.

Genauere Informationen erhaltet Ihr auf den folgenden Seiten der MHH und der Uni Köln:

a) Infos über die Kiefergelenksprechstunde (MHH)
b) Infos über operative Therapien (MHH)
c) weitere Patienteninformationen der Uni Köln